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Leitgedanken




Ihr habt nicht den Auftrag in den jungen Menschen den Menschen zu töten oder sie in Ameisen für das Leben im Ameisenhaufen zu verwandeln.
Ihr sollt sie nicht mit leeren Formeln, sondern mit Bildern erfüllen, die ein Gefüge mit sich führen.
Ihr sollt sie nicht in erster Linie mit totem Wissen vollstopfen, sondern ihnen Hilfestellungen geben, damit sie die Dinge erfassen können.

(Antoine de Saint-Exupéry)



Ein engagiertes Kollegium, eine offene Schulleitung, ein aktiver Elternbeirat, ansässige Unternehmen und viele andere Helfer repräsentieren ein gutes Fundament für die Arbeit an den heute immer vielfältiger werdenden Aufgaben der Schule in den Bereichen der


- Bildung,
- Erziehung und
- Führungshilfe

der Schüler, zur Annahme und Übernahme von

- emotionaler,
- sozialer,
- moralischer und
- politischer Kompetenz und Verantwortung.


Geleitet von Offenheit und Interesse für den Einzelnen stellt sich die Robert-Schuman-Schule jeden Tag dieser verantwortungsvollen Aufgabe mit Freude und Einsatzbereitschaft.

1 LehrerInnen-Fortbildung

2 Berufsvorbereitende Bereiche
2.1 Allgemeines
2.2 Durchgeführte Maßnahmen
2.2.1 Kooperation mit der Agentur für Arbeit
2.2.1.1 Besuch des zuständigen Berufberaters, Hr. Hafner, in den Klassen der 8. Jahrgangsstufe
2.2.1.2 Besuch des Berufsinformationszentrums (BIZ) im Klassenverband
2.2.1.3 Jahrgangsstufe 9: Regelmäßiger Kontakt mit der Berufsberaterin (Analyse der lokalen Lehrstellensituation und eine daraus resultierende persönliche Bewerbungsstrategie).
2.2.2 BO-Schule Kempten
2.2.3 Schüler - Netz – Café (Herr Selk, Kempten)
2.2.4 Bewerbungstraining (Videoanalyse)
2.2.5 Besuch der Lehrstellenbörse in der Berufsschule Kempten
2.2.6 ZISCH – Zeitung in der Schule (Allgäuer Zeitung)
2.2.7 Berufseinstiegsbegleitung nach §421s SGB III

3 Ganztagsklassen
3.1 Konzeption
3.2 TAFF –
TAlente Finden und Fördern

4 Inklusion 4.1 Tandemklasse
4.2 Team
Aufgabenbeschreibung des Inklusionsteams:
Fallbesprechungen:
Koordinierung der verschiedenen Unterstützungsangebote
Planung von klassenübergreifenden Maßnahmen
Strukturierung des Teams (fester Zeitrahmen, fester Ablaufplan)
4.3 Mittelschul-Team

5 Kooperation Mittelschule - Berufliche Schulen
5.1 Arbeitskreis
5.2. B-Klasse und Bvj/k-Klasse („Straubinger Modell“)

6 Stärkung der Persönlichkeit, des Arbeits- und Sozialverhaltens
6.1 Patenmodell
6.2 Jugendsozialarbeit an Schulen (JaS)
6.3 Schulbezogene Jugendarbeit (SbJ) Sankt Mang
6.4 Gemeinsamkeiten und Unterschiede von JaS und SbJ
6.5 Zusammenarbeit JaS / SbJ – Kompetenzagentur
6.6 Kompetenzen nach der 5./6. und nach der 9. Jgst.
Werteerziehung
Kompetenzen nach der 9. Jahrgangsstufe
3. Stärkung der Sozialkompetenz
Zusätzliche Kompetenzen im Fachbereich Sport:
6.7 Abschlussfeier 9. Klassen
6.8 Klassensprecherseminar
6.9 SMV
6.10 MUT (Miteinander umgehen trainieren)
6.11 PiT – Prävention im Team
6.12 pro familia
6.13 Flex II
6.14 Intensivierung der Erziehung (IdE)
6.15 Instrumentalunterricht

7 Stärkung der Kernkompetenzen
7.1 M-Kurse
7.2 Diagnose- und Förderpläne für Schüler im Deutschförderunterricht
7.3 Deutsch als Zweitsprache (DaZ)

8 Reduzierung der Schulabgänger ohne Abschluss
8.1 Praxisklassen P8 und P9
8.1.1 Ziele/Zielgruppe
8.1.2 Unterricht und Bildung

8.1.3 Betriebliche Praxis

8.1.4 Sozialpädagogische Methoden und Hilfe
Unser Praxisklassenteam:
Georg Holzmann (Sozialpädagoge)
Erhard Haderlein (Lehrer)
Robert Bolkart (Lehrer)
Homepage:
www.praxisklasse.de

8.2 Elternabend für Entlassschüler der 7. und 8. Jgst.
8.3 Förderunterricht in Mathematik in Jgst. 9
8.4 Externer Mittelschulabschluss
9 Öffentlichkeitsarbeit
9.1 Musischer Abend
9.2 Prüfungsessen
9.3 Homepage

9.4 Grundschultag
9.5 Seniorenprojekt mit dem Marienheim Kempten
9.6 Förderverein



Wie wird dieser Leitgedanke umgesetzt?

Durchschnittlich besuchen 250-300 Schüler die Robert-Schuman-Mittelshcule. Davon sind zwischen 30 und 40% deutscher Herkunft, alle restlichen Schüler weisen einen Migrationshintergrund auf.
Sie werden in 10 Regelklassen (5.-9. Jgst.) und 2 Praxisklassen (P8 / P9) von insgesamt 32 Lehrkräften unterrichtet.

Diese Lehrkräfte sind beständig darum bemüht, allen Schülern dabei zu helfen, einen ihrem Entwicklungs- und Leistungsstand entsprechenden Schulabschluss zu erreichen.

Für Schüler, die sich gerne über den Unterricht hinaus engagieren und weiterentwickeln wollen, bietet die RSMS ein vielfältiges Angebot an sportlichen und musischen Aktivitäten:



im sportlichen Bereich:

- Gerätturnen (regelmäßige Teilnahme an regionalen und überregionalen Wett-
kämpfen)
- Fußball
- Tanz und Gymnastik
- Schwimmen


im musischen Bereich:

- kostenloser Instrumentalunterricht in Kleingruppen (Gitarre / Flöte / Akkordeon)
- Schulband und Schulchor
- AG Theater
- AG Schulhausgestaltung (Langzeitprojekt zur Neugestaltung der Aula)
- AG Schülerzeitung
- AG Digitale Fotografie/Stop-Motion-Filme


Bei Schulfeiern, am Grundschultag, beim Besuch der Comenius–Lehrer, im Rahmen des musischen Abends oder beim Handwerker-Informationsabend werden die Ergebnisse dieser Gruppen regelmäßig erfolgreich präsentiert. Auch bei der Teilnahme an regionalen und überregionalen Wettbewerben wollen wir die Talente an unserer Hauptschule in den verschiedensten Bereichen fördern.

Zusätzlich zu erwähnen ist noch die in diesem Schuljahr neu gegründete Schülermitverantwortung (SMV), die ihre Einsatzbereitschaft bald unter Beweis stellen wird. Diese wurde an zwei Halbtagen zu Beginn des Schuljahres von mehreren engagierten Lehrkräften auf ihre neue Aufgabe vorbereitet.

Den Schülern, deren Begabungen nicht nur oder weniger im kognitiven Bereich liegen, stehen drei verschiedene Hilfsangebote zur Verfügung:


1. Sozial-integrative Jugendarbeit

Das Projekt „Sozial-integrative Jugendarbeit“ (Kurzform SIJ) wendet sich in der Robert-Schuman-Schule an die Schüler der fünften bis neunten Jahrgangsstufe, deren Eltern und Lehrer.


SIJ kommt in der Schule und im Jugendzentrum, das sich in allernächster Nähe befindet, zum Einsatz. Dies hat einen großen Vorteil: Die Kinder können in der Schule
und in der Freizeit begleitet werden. Hierbei werden sozialpädagogische Methoden und Handlungsweisen, wie beispielsweise Beratung, Gruppenarbeit und auch Bildungsangebote verwendet.

Die SIJ soll die Entwicklung von Partizipationsstrukturen für Jugendliche und die Vernetzung von Schule und Jugendzentrum fördern, sowie die sozialen Fähigkeiten der einzelnen Kinder und Jugendlichen als auch deren Integrationsprozesse unterstützen und begleiten.

Den Kindern und Jugendlichen aus dem Stadtteil soll somit ein Ansprechpartner an die Seite gestellt werden, der sie fast über den ganzen Tag hindurch begleiten kann und ihre Lebensbedingungen kennt.

Zudem ist SIJ auch ein vertrauliches und kostenloses Beratungs- und Unterstützungsangebot für die oben genannten Zielgruppen und führt auch freizeit- und gruppenpädagogische Angebote durch.



2. Das Programm des eigenverantwortlichen Denkens und Handelns
(Trainingsraumprogramm)

In den letzten Jahren stieg die Anzahl der Hauptschulabgänger ohne Abschluss massiv an, vor allem bei uns hier in Kempten. Hinzu kamen negative Rückmeldungen der Ausbildungsbetriebe bezüglich eines zunehmenden mangelnden Verantwortungsbewusstseins seitens der Auszubildenden. Hier stellt sich die Frage nach den Ursachen. Neben den gesellschaftlichen Faktoren spielt die Qualität des Unterrichtes eine große Rolle. Diese ist u.a. von einer störungsfreien Vermittlung von Lerninhalten abhängig. Kommt es zu Unterrichtsstörungen, sind negative Auswirkungen auf Lehrer- sowie Schülerseite sichtbar.
Vor diesem Hintergrund wurde das Programm des Trainingsraums entwickelt. Inhaltlich basiert das Konzept auf der Grundthese, dass jeder Schüler in der Lage ist, sein Denken und Handeln eigenverantwortlich zu gestalten.
Somit lassen sich folgende Zielstellungen für das Trainingsraumprogramm ableiten:

- Positives Klima für lernbereite Schüler
- Hilfsangebot für häufig störende Schüler zur Schulung des eigenen Sozialver-
haltens
- Förderung der Eigenverantwortung


In der Praxis gestaltet sich dies wie folgt. Es wurden an der Schule drei Grundrechte für alle Schüler festgelegt:

- Jeder hat das Recht ungestört zu lernen.
- Jede Lehrerin und jeder Lehrer hat das Recht ungestört zu unterrichten.
- Jeder muss die Rechte der anderen respektieren.


Stört ein Schüler das Unterrichtsgeschehen, so muss er auf Nachfrage der Lehrkraft seine Handlung konkret verbalisieren. Den Schülern ist bekannt, dass eine weitere Störung einen Besuch im Trainingsraum nach sich zieht. Kommt es zu einer erneuten Störung, wird dem „Störer“ signalisiert, dass er sich durch seine Handlung bewusst für den Trainingsraum entschieden hat. Dort wird der betroffene Schüler durch gezieltes Nachfragen des ausgebildeten Trainingsraumlehrers auf eine reflektierte Auseinandersetzung bzgl. seines Handelns hingeführt. In einem individuellem Hilfeplan wird erarbeitet, wie zukünftigen Störungen vorgebeugt werden kann.
Somit kann ein störungsfreier Unterricht stattfinden und die Eigenverantwortung des Schülers wird gestärkt.
Das Konzept setzt damit direkt an der aktuellen Diskussion an und bietet eine gute Möglichkeit der jetzigen Entwicklung gegenzusteuern.
Wir arbeiten damit bereits im dritten Jahr und keine Lehrkraft will auf dieses Programm mehr verzichten. Es stellt eine deutliche Hilfe und Entlastung für die Klasse und den Lehrer dar, denn es kann ohne große Unterbrechung weiter gelernt bzw. weiter unterrichtet werden.



3. Die Praxisklassen (P8 / P9)
(Eine Kurzbeschreibung; eine ausführliche Konzeption liegt vor - bei Bedarf anfragen)

3.1 Personal

Feste Mitarbeiter/innen:
2 Klassenleiter/in
2 Berufsschullehrer
1 Fachlehrerin für HsB
1 Sozialpädagoge
1 Schulleiter / 1 stv. Schulleiterin

Zusätzliche Mitarbeiter:
1 Mitarbeiter aus dem „Kempodium“ (Schreinerin)
1 Sozialpädagogin (Mädchenarbeit)
1 Sozialpädagoge (Sexualerziehung)
1 Sozialpädagogin (Kooperation mit dem Marienheim/Altenheim)
4 BSG (Bau- und Siedlungsgenossenschaft: Architekt, Handwerker, Geschäftsführer)
1 Berufsberaterin
1 Geschäftsführer des Stadtjugendrings Kempten
1 Leiter des Referates für Jugend, Schule und Soziales
1 Erlebnispädagoge/in
1 Waldarbeiter (Vom Baum zum Werkstück)

Weitere Kontaktpersonen:
IHK, HK
Sponsoren (bereits über 30 Personen, Tendenz steigend)
Jugendamt, mobile Erziehungshilfen
Eltern


3.2 Projektleitung

Frau Baumüller (Klassenleiterin der 9P), Herr Ott (Klassenleiter der 8P), Herr Holzmann (Sozialpädagoge der 8P, 9P mit 30 Stunden)


3.3 Ziel

Oberstes Bildungsziel ist der Art. 131 der Verfassung des Freistaates Bayerns.

In der Praxis heißt dies, die Schüler kurz- oder mittelfristig entweder zu einem erfolgreichen Hauptschulabschluss zu führen, sie in die Regelklasse zu reintegrieren oder dabei mitzuhelfen, in der freien Wirtschaft Fuß zu fassen.
Zudem gilt es die großen Defizite der Schüler im kognitiven Bereich (z.B. Grundrechenarten), im sozialen Bereich (Teamarbeit) und im erzieherischen Bereich (Einhalten von Regeln) aufzuarbeiten und nachhaltig zu sichern. Eine Praxisklasse, die auf 2 Jahre ausgerichtet ist, kann dies unserer Meinung und Erfahrung nach erfolgreicher bewältigen. Ziel muss es weiterhin sein, die Schüler mit neu erworbenem Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein wettbewerbsfähig auf den Arbeitsmarkt und auf unsere Gesellschaft vorzubereiten. Sekundärtugenden und der Wille zur Leistung müssen spürbar und erkennbar sein.
Durch Frontalunterricht, handlungs- und projektorientierten Unterricht, Exkursionen, Wochenplan- und Freiarbeit, Spielen, das Klassengericht, den Klassenrat und dem kontinuierlichen Ritualisieren der Unterrichtszeit wird das oberste Bildungsziel angestrebt.



3.4 Erreichte Ziele

- Stärkung des Selbstvertrauens und des Selbstwertgefühls
- Vermittlung von verloren gegangenen Tugenden wie Höflichkeit, Freundlichkeit,
Pflichtbewusstsein, Zuverlässigkeit, Leistungsbereitschaft usw.
- Reduzierung von Straffälligkeit und Auffälligkeiten der Jugendlichen
- Unterbringung der vermittelbaren Jugendlichen im EQJ und BVJ

3.5 Schwierigkeiten

- Finanzierung des Sozialpädagogen für die P8 nicht vorgesehen (Schulleitung,
Lehrkraft müssen immer noch Sponsoren suchen)
- Trägerschaft des Sozialpädagogen kann jährlich wechseln (ständig neue Ein-
arbeitung des Sozialpädagogen)
- Streichung der Poolstunden von Seiten der Regierung
- keine professionellen Fortbildungen
- keine vorgesehene Zusammenarbeit / Treffen / Austausch mit anderen
P-Klassenlehrern aus der Region
- Eine P-Klasse mit „nur“ 13 Schülern wird vom Stundenkontingent eine Be-
lastung für die ganze Schule (Lehrerstundenzuweisung n.Anzahl der Schüler)
- P-Klassen erfordern einen unverhältnismäßig hohen zeitlichen Aufwand auch
für die Schulleitung (Reputation im Vgl. zu M-Klassen sehr gering)

Diese Hindernisse gilt es zu bewältigen. Die Zeit und Energie, die dafür aufgebracht werden muss, fehlen aber direkt in der Arbeit am Kinde/Jugendlichen. Einen positiveren Rahmen hierfür könnte die Regierung bzw. das Kultusministerium schaffen. Profitieren würden die Kinder und Jugendlichen, die Eltern, die Lehrkräfte, die Schule und nicht zuletzt die gesamte Gesellschaft.





(Für eine größere und aktuelle Ansicht bitte auf das Diagramm klicken)